Rezepte der traditionellen Küche Deutschlands (1997)

Aus meinem Bücherregal, und eines meiner Lieblingsbücher.

Wer kennt die Vielfalt der traditionellen Küche Deutschlands? Von der Nordsee bis zu den Alpen, zwischen Rhein und Oder. Die langen harten Winter in der Rhön oder Oberbayern, die milden Nächte in Dezember und Januar am Bodensee.
All dies spiegelt sich in der deutschen Küche wieder, in den Geschichten wie im Essen selbst.
Ein schönes (Rezept)-Buch, das Appetit macht mit bekannten und unbekannten Gerichten aus allen Bundesländern der Republik.

Es versetzt Dich in die Lage der Leute damals.
Eine Rolle spielte natürlich Wetter und Geographie vor Ort: das milde Klima entlang des Rheins machte eine ganz andere Küche möglich, als es auf den Almen des Voralpenlandes der Fall war.
Stell Dir einmal vor, Du würdest Fleisch hauptsächlich in den Wintermonaten essen können, weil es wegen der kurzen Haltbarkeit im Sommer nicht geschlachtet wurde, und es ohnehin nur an Festtagen auf die Tafel kam.
So war es wichtig nichts wegzuwerfen, Reste wurden weiterverarbeitet, und schon bei der Zubereitung gestreckt und getrickst, zum Beispiel gesotten um noch eine Suppe zu gewinnen. Stücke wurden gesalzen und geräuchert, um bis in den Sommer hinein etwas aufzubewahren. Verständlicherweise musste das komplette Tier verarbeitet werden. Innereien waren vor allem erschwinglich, und daher beliebt.

Eines war sicher viel besser als heute: die meisten Produkte wurden regional ohne weite Wege und frisch in der Saison verzehrt. Außerhalb dieser Zeit gab es diese nur als Eingemachtes.

Allerdings trachteten schon damals die Städter mehr als andere danach, ihren Wohlstand durch ihre Mahlzeiten zur Schau zu tragen, während in den ländlichen Gegenenden, geprägt von harter Arbeit, der zu stillende Hunger im Vordergrund stand.
In Nürnberg, einst am Endpunkt der venezianischen Handelsstraße, wie auch anderen Zentren sind deshalb manche Spezialitäten zuhause, weil die kostbaren Zutaten hier gehandelt wurden oder überhaupt erhältlich waren. So kamen Städte wie Hamburg oder Lübeck in den Genuss der Kolonialwaren aus Übersee.
Kaufleute waren hier zuhause, Bauern dagegen auf dem Land, weswegen die Art der Ernährung auch auf die Art der Küchen entscheidenden Einfluss hatte.

Die Faszination der Regionalküche: „sie ist eine lebendige Küche, die allen Moden trotzt und tagtäglich mit viel Liebe und ganz individuell aufs neue zubereitet wird. All jenen, die sich  an diesen unverfälschten Genüssen erfreuen, ist dies Buch gewidmet.“ (aus dem Vorwort zitiert).

Auf über 370 Seiten, gegliedert in
Suppen und Eintöpfe, Fleischgerichte, Wild Geflügel Innereien, Fisch und Meeresfrüchte, Gemüsegerichte und Mehlspeisen, kleine Gerichte und Brotzeiten, Teigwaren und Klöße, Beilagen und Saucen, Süßes, Kuchen und Gebäck, Getränke.

Die Kenntnis der Geschichte öffnet Dir neue Horizonte für Deinen Speiseplan.
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Genuss mit allen Sinnen, Von mir und der slow food Bewegung empfohlen.

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